«Auf dem SUP übers Wasser gleiten – ein geniales Gefühl»

«Auf dem SUP übers Wasser gleiten – ein geniales Gefühl»

Was ist Stand-Up-Paddling?

Valérie: Stand-Up-Paddling – kurz SUP – ist eine Wassersportart, bei der man sich auf das SUP-Board stellt, lospaddelt und so übers Wasser gleitet – ein geniales Feeling.

Maurus: Dem kann ich nur beipflichten. Zurzeit wandelt sich SUP von einer Trendsportart zur Freizeitbewegung. Es gibt sehr viele Menschen die einfach Freude haben am Stand-Up-Paddling, weil es ihnen gut tut, einfach ist und an vielen Orten ausgeführt werden kann.

Das heisst jeder und jede kann Stand-Up-Paddeln?

M: Die Einstiegshürde beim Stand-Up-Paddeln ist sehr klein und es gibt fast keine Altersbeschränkung. Sobald ein kleines Kind schwimmen kann, kann es sich auf ein Stand-Up-Board stellen, das Paddel in die Hand nehmen und sich so fortbewegen. Auch nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Solange die Person gut zu Fuss ist und sich im Wasser wohlfühlt, kann sie Stand-Up-Paddeln. Die Intensität kann mittels Paddelgeschwindigkeit einfach reguliert werden. Zudem ist es eine sehr körperschonende Sportart, da es keine Schläge gibt.

V: Ich habe auch viele ältere Menschen die einen Stand-Up-Paddling-Kurs belegen und sehr viel Spass dabei haben. Gerade für ältere Menschen ist SUP super, da sie durch das Ganzkörpertraining auf dem Stand-Up-Board wieder eine bessere Balance erhalten und fast die gesamte Muskulatur stärken.

In den letzten Jahren hat sich SUP in der Schweiz zur Trendsportart entwickelt. Woher kommt es ursprünglich?

M: Beim Stand-Up-Paddling handelt es sich um eine sehr alte Fortbewegungsart. In verschiedenen Regionen der Welt, vor allem am Meer, haben bereits Urvölker Stand-Up-Paddling praktiziert. Sie haben sich zum Fischen stehend auf Strohboote gestellt und sich mittels einem halben Bambusstab fortbewegt. Als Sportart entdeckt wurde SUP aber erst kurz nach 2000 in Hawaii. Surf- und Wassersportlehrer begannen, ihre Schüler auf dem Board stehend, mit dem Paddel in der Hand, zu unterrichten. So gelangten sie schneller zu den Schülern und hatten eine bessere Übersicht. Dabei fiel den Lehrern auf, dass dies den Körper nochmals anders trainiert. Denn beim Stand-Up-Paddling werden alle Muskeln – von der Zehenspitze bis hin zum Hals – beansprucht.

Im Gespräch hat sich herauskristallisiert, dass der Körper beim SUP einiges leisten muss, insbesondere um die Balance zu halten. Was sind die grössten Vorteile in Bezug auf den Trainingseffekt?

M: Ein grosser Vorteil ist, dass man sehr symmetrisch trainiert. Im Alltag sind wir häufig asymmetrisch unterwegs zum Beispiel beim Telefonieren, im Büro sowie bei vielen Ballsportarten. Beim SUP hingegen paddelt man abwechslungsweise auf beiden Seiten. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Bewegung nicht hauptsächlich aus den Armen sondern aus dem Rumpfbereich kommt. Dadurch werden die stabilisierenden Muskeln im Bauch und Rücken gestärkt. Das kommt einem dann bei anderen Sportarten und auch bei sitzender Tätigkeit sehr zu Gute.

Wenn ich an Stand-Up-Paddling denke, gehe ich von einer ruhigen und gemütlichen Sportart aus. Gibt es auch eine Version für Actionfans?

V: Definitiv. Auf dem Stand-Up-Board kann man eigentlich alles machen. Sehr actionreich ist Freestyle-SUP. Bei dieser Variante übt man diverse Tricks, beispielsweise 180ies oder 360ies. Weitere spannende Varianten sind Yoga auf dem Stand-Up-Board oder SUP-Polo.

M: Genau. Zudem ist es eine tolle Trainingsalternative zu Joggen, Velofahren oder Langlauf. Auf einem Race-Board legt man bei hoher Intensität in einer Stunde schon mal 10 km zurück. Das ist dann auch ein gutes Kardiotraining.

Wenn ich jetzt gleich loslegen möchte. Was ist die beste Option?

V: Es gibt diverse SUP-Stationen, an welchen man eine Einsteigerlektion belegen kann. Am besten eignet sich ein See für Anfänger. Es empfiehlt sich, einen Einführungskurs zu nehmen, damit man die Technik richtig lernt. Denn mit der richtigen Technik macht es einfach mehr Spass. Danach kann man verschiedene Boards und Formen des Stand-Up-Paddlings ausprobieren, bis man die für sich passende Variante gefunden hat.

M: Wichtig ist auch, dass man die Regeln auf den Gewässern kennt. Diese lernt man ebenfalls in einem Kurs. Zudem empfehle ich Interessierten immer, zuerst verschiedene Boards auszuprobieren, sich gut beraten zu lassen und dann erst ein passendes und qualitativ hochwertiges Board zu kaufen.

Kann ich auch im Herbst oder Winter Stand-Up-Paddeln oder ist es ausschliesslich eine Sommersportart?

M: Definitiv nicht. Stand-Up-Paddeln kann man 365 Tage im Jahr, ausser das Wasser ist gefroren. Mit der richtigen Ausrüstung macht es auch bei Kälte sehr viel Spass. Toll ist gerade im Winter, dass der See sehr flach ist.

V: Genau. Zudem hat man in der Zwischensaison den See häufig fast für sich alleine und der Nebel verbreitet eine mystische Stimmung.

Über Valérie Gardel, love-sup
love-SUP wurde 2015 von Valérie Gardel gegründet, um die Freude am SUP und die Liebe zum Wasser(-sport) zu verbreiten sowie das Niveau bezüglich SUP-Know-how zu steigern. Seit 2013 leitet Valérie Gardel SUP-Kurse in Richterswil und neu auch in Wädenswil bei der Indiana-SUP-Station. Die Palette ist breit und reicht von Schnupperkursen für Anfänger- bis hin zu Advanced-Kursen für Fortgeschrittene. Daneben werden Individual-Coachings, Team-Events, SUP-Fitness-Kurse, SUP-Yoga & -Pilates sowie SUP-Meditation und SUP-Ceremony angeboten. Mehr Information finden Sie hier.

Über Maurus Strobel, Indiana SUP

Maurus Strobel ist ehemaliger Slalom-Skateboard-Welt- und Europameister und begeisterter Stand-Up-Paddler. Er führt die 2010 gegründete Schweizer Marke «Indiana SUP», deren Skateboard-Wurzeln 30 Jahre zurück reichen. Indiana SUP besteht aus einem wassersportverrückten Team, das Boards, Paddels und Accessoires rund um die Welt vertreibt sowie vermietet. Mehr Informationen finden Sie unter indiana-sup.ch.