Das Comeback der Ur- und Pseudogetreide

Das Comeback der Ur- und Pseudogetreide

Mais, Reis und Weizen sind seit 10 000 Jahren Grundnahrungsmittel der Menschen. Weizen wurde erstmals in Mesopotamien angepflanzt und kultiviert, also in der heutigen Gegend von Syrien, Irak und der Türkei, und verbreitete sich danach auf der ganzen Welt. Früher wurden vor allem sehr robuste Sorten angebaut. Am beliebtesten waren Emmer und Einkorn.

Folgende Getreide gehören zu den sogenannten alten Getreidesorten:

  • Dinkel
  • Einkorn
  • Emmer
  • Kamut

Neben Getreide ernährten sich viele Urvölker auch von Körnerfrüchten. Zu diesen zählen beispielsweise Quinoa, Amarant und Buchweizen. Da die Körnerfrüchte streng genommen keine Getreideart sind, nennt man sie heute Pseudogetreide. Sie sind wie Getreide reich an Stärke und Mineralstoffen, weisen jedoch einen höheren Gehalt an Proteinen und Nahrungsfasern auf. Zudem sind sie ein gute Alternative für Menschen mit Zöliakie.

Frei von Düngungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln

Alte Weizensorten sind im Gegensatz zum heutigen Weizen viel robuster. Düngungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sind beim Anbau nicht notwendig. Daher ist Urgetreide weniger bis gar nicht durch Pestizide belastet sowie nicht genetisch verändert.

Wertvolle Mineralstoff- und Vitaminlieferanten
Im Vergleich zum modernen Weizen weisen die Ursorten und das Pseudogetreide einen höheren Gehalt an Mineralstoffen, wie Zink, Eisen und Magnesium, auf. Eine mineralstoffreiche Ernährung führt zu mehr Vitalität und verhindert Mangelerscheinungen wie Muskelkrämpfe oder Müdigkeit. Daher lohnt es sich, die Stärkebeilagen vielseitig zu gestalten und ab und zu alte Getreidesorten oder Pseudogetreide in den Speiseplan einzubauen. Ein sommerliches Rezept mit Emmer finden Sie hier.

Gute Proteinquellen
Ur- und Pseudogetreide punkten mit einem höheren Proteingehalt. Damit sind sie nicht nur eine wertvolle Proteinquelle für Vegetarier oder Veganer, sondern auch eine tolle Ergänzung zu Fleischgerichten.
Dank der Bio-Trendwende der 90er Jahre sind viele der oben beschriebenen Sorten mittlerweile in den regulären Supermärkten erhältlich. Das Pseudogetreide ist für die schnelle Küche bestens geeignet, da die meisten in 15 bis 20 Minuten gar sind. Bei den alten Getreidesorten ist die Zubereitungsdauer bedeutend höher.

Unser Tipp: Kochen Sie eine grössere Menge einer Urgetreidesorte vor und probieren Sie verschiedene Gerichte damit aus. Im Buch Körnerküche finden Sie eine reichhaltige Auswahl an modernen und inspirierenden Rezepten.

Über Ellen Wassmer
Ellen Wassmer ist ausgebildete Ernährungsberaterin (Bachelor in Ernährung und Diätetik) mit Berufserfahrung in Spitälern und in der Forschung. In den letzten Jahren hat sie sich im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung spezialisiert und unterstützt SWICA als Fachspezialistin Ernährung.