In der Sänfte

In der Sänfte

Die Kleinen sitzen bequem, spüren die Bewegungen der Trägerin oder des Trägers, sie haben dank der hohen Sitzposition einen guten Überblick und können so die Umgebung entdecken. Gerade für Kleinkinder, die bereits gut sitzen können und eine hohe Kopfstabilität haben, eignen sich die Kindertragis besonders gut. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass die Trage sowohl dem Träger an den Rücken wie auch das Kind bequem und ergonomisch in den Sitz passt. Hier gilt also für beide: aus- und anprobieren!

Das Wandermagazin SCHWEIZ hat sich sechs gängige Modelle von Kindertragen näher angeschaut und gibt Ihnen Tipps, auf was Sie beim Kauf achten sollten.

TRAGESYSTEM
Das Allerwichtigste ist, dass das Kindertragi dem Träger passt. Denn schliesslich kommen mit Kind, Kindertragengewicht und Gepäck schnell einmal 15 Kilogramm oder mehr zustande. Wie bei Rucksäcken gilt auch hier: Unbedingt im Laden ausprobieren, am besten mit Zusatz­gewicht und auf der Rampe oder Treppe, damit das Hinauf- und Hinuntergehen simuliert werden kann.

KINNPOLSTER
Ein gutes Kinnpolster, gegen innen gewölbt, ist für den Kopf des Kindes wichtiger als die Kopfstütze. Denn: Beim Schlafen geht der Kopf des Kindes immer nach vorne. Anna Staehle, Fachverantwortliche Kids bei Transa, empfiehlt zu jeder Trage den Kauf eines Nackenkissens für Kinder, damit der Kopf beim Schlafen nicht zur Seite kippt.

SONNENDACH
Gerade in den Bergen ist das Sonnendach enorm wichtig. In der Schweiz ist es beim Kauf meistens schon enthalten, wenn nicht, unbedingt anschaffen! Das Sonnendach schützt nicht nur
die empfindliche Haut des Kleinkindes vor Sonne, sondern es ist auch ein Witterungsschutz, ohne die Sicht ein­-
zuschränken.

«Kindertragen sollten am besten zusammen mit dem Kind gekauft werden.
Denn nur so kann man das Modell von A bis Z testen und herausfinden, ob es einem passt und wie einfach sich die Schnallen bedienen lassen.»

HÜFTGURT
80 Prozent des Gewichts sollte auf der Hüfte liegen. Darum muss der Hüftgurt gut sitzen. Manche finden bewegliche, weiche Hüftgurte angenehm, andere eher harte. Wichtig ist, dass der Hüftgurt vom Träger und der Trägerin ausprobiert werden kann. Ideal liegt der Hüftknochen in der Mitte des Hüftgurtes.

GEPÄCKTASCHEN
Gut, wenn man eine Zusatzjacke, Regenschutz, Proviant oder Windeln mitnehmen kann. Vorsicht vor allzu grossem Zusatzgewicht. Wichtig sind die Hüfttaschen für Kleinigkeiten wie Portemonnaie, Handy oder eine kleine Zwischenverpflegung; sie sind die einzigen Taschen, an die Sie während des Wanderns von selbst herankommen, ohne das Tragi abstellen zu müssen.

STANDFUSS
Grundregel: Das Kind sollte im Tragi nie unbeobachtet abgestellt werden. Man kommt aber nicht umhin, das Tragi abzustellen, sei es, um die Jacke auszuziehen oder wenn man Pause macht und das Kind eingeschlafen ist. Alle Tragis im Test haben einen sehr stabilen Stand. Wenn Sie unterwegs sind, sollte sich der Standfuss ohne Hilfe einklappen lassen.

FUSSSCHLAUFEN
Fussstützen oder Fussschlaufen sollten Standard sein und bei längeren Wanderungen unbedingt verwendet werden. Dadurch wird die Durchblutung der Beine und Füsse gefördert, damit diese warm bleiben.

KINDERSITZ
Da beim Hochheben des Kindertragis,
aber auch beim Wandern manchmal starke Drehbewegungen entstehen, ist es sehr wichtig, dass das Kind im Kindersitz gut gesichert ist. Achten Sie darauf, dass immer alle Bänder und Gurten gut angezogen sind. Die Sitzposition des Kindes sollte so sein, dass Kleinkinder die Beine in einer Spreiz­haltung haben und dabei den Rücken leicht krümmen. Ältere Kinder sollten so sitzen können, dass die Nerven- und Gefässstränge der Beine nicht abgeklemmt werden.

Quelle: Wandermagazin Schweiz