Stop Food Waste

Stop Food Waste

Lebensmittel richtig lagern
Im zweiten Teil unserer Foodwaste-Serie geht es um die korrekte Lagerung von Lebensmitteln. Pro Jahr landen rund zwei Millionen Tonnen Esswaren im Abfall, unter anderem, weil sie nicht rechtzeitig zubereitet und darum verdorben sind. Dank richtiger Aufbewahrung könnte das in vielen Fällen verhindert werden. Aber was gibt es dabei zu beachten? Wie räume ich den Kühlschrank richtig ein? Und wie erkenne ich, was noch geniessbar ist, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum vielleicht schon überschritten wurde?

Fleisch, Eier und Milch
Beginnen wir mit den einfachen Lebensmitteln: Eier beispielsweise sollten immer im Kühlschrank gelagert werden, auch wenn sie im Supermarkt bei Zimmertemperatur zum Verkauf stehen. Denn durch die poröse Schale können sehr einfach schädliche Mikroorganismen eindringen, was bei kühler und dunkler (am besten im Karton verpackt) Lagerung vermindert wird. Tipp: Setzten Sie Eier mit der Spitze nach unten in den Karton, so liegt die Luftkammer oben. Andersherum kann es passieren, dass die Luftblase irgendwann aufsteigt, sich dadurch die Eihaut ablöst und Keime eindringen.

Milch- und Milchprodukte sind noch licht- und wärmeempfindlicher, sie gehören unbedingt in den Kühlschrank. Am besten eignen sich dafür die mittleren Fächern bei rund 5°C. Rohes Fleisch oder Fisch sollte direkt beim Kühlschrankverdampfer aufbewahrt werden. Dieser liegt direkt oben am Gemüsefach und ist mit 3°C der kühlste Teil des Kühlschranks. Gemüse gehört ins dafür vorgesehene Gemüsefach, zuunterst im Kühlschrank, da herrschen etwa 8 bis 10 °C.

Übrigens: Wenn die Produkte oder Verpackungen die Rückwand des Kühlschranks berühren, steigt die Innentemperatur an und damit auch der Stromverbrauch. Für eine umweltschonende Lagerung sollte also darauf geachtet werden, dass keine Waren an der Rückwand ankommen. Im Rahmen des Zero-Waste-Gedankens lohnt es sich zudem, auf Tupperware oder die neuen Bienenwachstücher statt auf Einweg-Klarsichtfolie zurückzugreifen.  

Gemüse und Früchte
Gemüse und Früchte richtig zu lagern, ist etwas komplizierter. Generell kann man sagen, dass heimische Früchte lieber kühle Temperaturen mögen und exotische Früchte wie Mangos, Papaya oder Bananen Zimmertemperatur bevorzugen. Doch auch da gibt es Ausnahmen: Tomaten beispielsweise mögen die Kälte nicht. Ins Gemüsefach gehören Artischocken, Blattgemüse, Blumenkohl, Broccoli, Erbsen, Karotten, Radieschen, Randen, Sellerie oder Spinat. Auch Früchte wie Äpfel, Aprikosen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Kiwi, Nektarinen, Pflaumen, Pfirsiche, Trauben oder Zwetschgen dürfen in den Kühlschrank.

Trockene Produkte
Flocken, Getreide, Konserven und Öle gehören bei Zimmertemperatur in den trockenen und dunklen Vorratsschrank. Auch Brot richtig aufzubewahren lernen wir meist bereits in der Kindheit genau richtig: in der Papiertüte oder im Brotkasten. Brot, das man heute oder morgen nicht fertig isst, eignet sich zudem bestens zum Einfrieren. Nach dem Auftauen ist es fast so frisch wie vor dem Einfrieren. Allgemein eignet sich das Eisfach für viel mehr als nur für Eiswürfel. Auch Früchte, die jetzt genussreif wären aber nicht mehr in den Speiseplan passen, können in einem Beutel eingefroren werden.  

So erkennt man verdorbene Produkte
Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt, bis wann das Produkt mindestens haltbar ist bzw. bis wann das Produkt seine gewohnten Eigenschaften behält, sofern es korrekt gelagert wurde. Es wird vom Produzenten in eigener Verantwortung angegeben und ist nicht dasselbe wie das Verfallsdatum. Aber nicht alle Produkte verfügen über ein Mindesthaltbarkeitsdatum: frisches Gemüse oder Obst, Alkohol, Backwaren, Salz, Zucker und Zuckerwaren müssen nicht gekennzeichnet werden. Fehlt das Datum oder ist es überschritten, sollten die fünf Sinne genutzt werden: durch riechen, schmecken, sehen und fühlen wird erkannt, ob ein Produkt noch geniessbar ist. Die wichtigsten Signale sind dabei deutlich erkennbar. Schimmel ist meist weiss, grün, rötlich oder grau. Schimmelt ein Produkt, sollte es am besten ganz weggeworfen werden, da der Pilz nicht sichtbare Sporen bildet, die sich bereits durch das ganze Produkt gezogen haben können. Das Abschöpfen des Schimmels von der Konfitüre ist also nicht empfehlenswert. Aber Achtung: Produkte wie Brie-Käse sind von einer Edelschimmelschicht überzogen, die natürlich nicht schädlich ist. Würde dieser verderben, zeigen sich rötliche oder grüne Flecken.

Verarbeitete Fleischprodukte sowie Milchprodukte sind nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums – bei richtiger Lagerung und ungeöffnet – noch einige Tage haltbar. Verdorbene Milchprodukte erkennt man am säuerlichen Duft und – noch deutlicher – Geschmack. Auch optische Veränderungen sind ein klares Zeichen, dass die Waren entsorgt werden sollten.  Eier können noch weitere zwei Wochen nach der Mindesthaltbarkeit gegessen werden. Nutzen Sie diese dann aber vielleicht eher zum Backen oder Kochen als zum rohen Verzehr. Trick: Legen Sie das rohe Ei in ein Gefäss mit Wasser. Sinkt das Ei, ist es geniessbar, schwimmt es obenauf, ist es verdorben. Steht das Ei leicht schräg im Wasser, sollte es vor dem Verzehr gut gekocht werden.  

Trockenprodukte wie Mehl, Reis oder Nudeln können bei der korrekten Lagerung noch einige Wochen bis sogar Monate nach Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit gegessen werden.

Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt das Verfallsdatum ganz klar, bis wann das Produkt zu verbrauchen ist. Es wird auf Produkten, die leicht verderblich sind, ausgewiesen. Dazu gehören zum Beispiel Fisch oder Hackfleisch. Nach Ablauf dieses Datums entstehen Keime, die eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Da sollte man auf den Verzehr besser verzichten.  

Autor: Karin Meier, Inhaberin & Geschäftsführung Zum guten Heinrich